Leseparty "Neulich in der Wirtschaft"

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Ich suche Mitveranstalter (Buchhandlungen, Gastronomen etc.) die Interesse an einer gemeinsamen Leseveranstaltung haben. Dabei wird es dann hauptsächlich um meine beiden Bücher "Neulich in der Wirtschaft" und "Abschiedsbrief an die Liebe" gehen.

Projekt-Typ: Mitmach-Projekt
Laufzeit: 222 Tage 10 Stunden bis 01.07.2009, 11:47 Uhr
Ort: Deutschland
Kategorie(n): Kultur & Künste, Festival & Event
Projektstatus: öffentlich
Projekt-ID: Leseparty__Neulich_in_der_Wirtschaft_
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Gesucht wird:

1. Leseparty "Neulich in der Wirtschaft"

Ich suche Gastronomen, Vereine, Schulen, etc die interesse an einer gemeinsamen Autorenlesung haben. Dabei sollte der Co-Veranstalter den entsprechenden Raum zur Verfügung stellen. Genau Details besprechen wir persönlich via Mail oder Telefon.
 
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Projektbeschreibung
Ich suche Mitveranstalter (Buchhandlungen, Gastronomen etc.) die Interesse an einer gemeinsamen Leseveranstaltung haben. Dabei wird es dann hauptsächlich um meine beiden Bücher "Neulich in der Wirtschaft" und "Abschiedsbrief an die Liebe" gehen.

Mir geht es darum, aktive Mitveranstalter für eine Leseparty (Autorenlesung und Buchvorstellung) zu finden. Ob Buchhandlung, Restaurant, Bar oder Kneipe - alle die gerne lesebegeisterte Kunden enger an ihr Unternehmen binden möchten sind herzlich eingeladen, sich mit mir über die Einzelheiten und organisatorischen Absprachen zu einer Lesepary auszutauschen.

 

herzliche Grüße

 

Patrick S. Nonn

Buchhändler und Autor

 

Leseprobe "Neulich in der Wirtschaft"

 

1. The town I loved so well

 

Es gibt für mich kein größeres Elend, als arbeitslos zu sein. Ich liebe nämlich meinen Beruf. Und vor etwas mehr als zwei Jahren war ich in der elenden Situation, arbeitslos zu sein. Um diesen Zustand zu beenden, startete ich eine telefonische Rundruf-Aktion und fragte im Umkreis von 25 Kilometern um mein Heimatdörfchen nach Arbeits-plätzen an:

„Mein Name ist Patrick Nonn, ich bin ausgebildeter Sortimenter, können Sie einen Buchhändler in Voll- oder Teilzeit brauchen?“

Und im Umkreis von 25 Kilometern erschallte es wie im Chor:         
„Nein, nein, nein, neinneinneinnein, nein!“

Bis ich an meinen Vorgänger geriet, der sagte:   
„Um jemanden einzustellen, ist der Betrieb zu klein, aber schauen Sie sich ihn doch einfach mal an, vielleicht wollen Sie ihn ja übernehmen.“

Es machte „klick“ in meinen Ohren und ich wusste, dass es das war, was ich wollte. Wir vereinbarten einen Termin. Bei meiner Recherche im Internet, stellte sich heraus, dass es zu diesem Zeitpunkt gerade mal 37 freie Stellen für Buchhändler in der gesam-ten Bananenrepublik Deutschland gab. Ich sage übrigens nur noch Bananenrepublik. Für das „Bundes“ interessiert sich sowieso niemand und die Zustände sind ähnlich.

Nachdem ich diese Information (37 freie Stellen) hatte und meine elende Arbeitslosigkeit nun auch schon mehr als 1,5 Jahre währte, stand mein Entschluss fest, ohne dass ich die Stätte meines zukünftigen Wirkens zu Gesicht bekommen hatte. Ich werde mein eigener Chef! Punkt.

Ich fuhr also zum vereinbarten Termin in der großen Kleinstadt, in die Hauptstr.: 378, wo sich die Buchhandlung Riscop befindet.

Man muss meinem Vorgänger zu Gute halten, dass er ein schwerkranker Mann war. Er war gesundheitlich so schwer angeschlagen, dass ihm nicht einmal mehr die Gelegenheit blieb, mich seinen Stammkunden als seinen Nachfolger vorzustellen.

Trotzdem, als ich zum ersten Mal meine (zukünftige) Buchhandlung betrat, überfiel mich innerliches Entsetzen. Im ersten Augenblick wäre ich am liebsten rückwärts wieder hinausgetaumelt. Uralter Teppich, uralte Ware, uralter Zigarettenqualm, der in allem drin hing. >>37 freie Stellen in ganz Deutschland ! Du hast keine Chance, also nutze sie!<<

Warum ich sonst keine Chance habe? Weil mein Ex-Chef, dieser mehrfache Weltmeister im Arbeitszeugnis schreiben so viele Klopse in mein Zeugnis gebracht hat, dass ein Bauer (neudeutsch auch Landwirt genannt) damit ein ganzes Silo füllen könnte. Ich konnte meine Ex-Chefetage zur Beseitigung von dreien dieser wohlge-meinten Querschläger anhalten. Beim Größten und Unmöglichsten, legte die Frau vom Chef (selbst Buchhändlerin) jedoch ein Veto ein, das nur ein Anwalt hätte entkräften können und den konnte ich mir nicht leisten.

„Mein Mann schreibt so viele Arbeitszeugnisse, der weiß, wie man das macht, da brauchen wir Ihre Meinung nicht!“

Und es stand da schwarz auf weiß: „Herr Nonn trug durch seine rheinische Frohnatur zur Hebung des Betriebsklimas bei.“
Übersetzt, auch wenn der Satz ganz anders gemeint war: „Der Nonn war ständig besoffen“.

Um ganz ehrlich zu sein, meine Liebe zum Beruf und mein großes Interesse an den spezifischen Wünschen der Kunden, muss den Grummelbrummlern vom fränkischen Untermain schon komisch vorgekommen sein. Mein durch die Bank weibliches Kollegium war ja sogar höchst erstaunt darüber, dass man einen potenziellen Ladendieb bis auf die Straße verfolgen und dort zur Rede stellen kann...

Und das alles und noch viel mehr habe ich für meinen beschwingt Zeugnisse schreibenden Ex-Chef getan!

Egal. Ich stehe hier in meinem zukünftigen Laden (der im Rheinland liegt) und habe mich schon während ich durch die Straßen fuhr, um die gesuchte Adresse zu finden, in dieses Städtchen verliebt. Ich glaube felsenfest an die Liebe auf den ersten Blick. Mir ist die Liebe auf den zweiten Blick nämlich noch nie passiert. Entweder ich war hin und weg – oder ich war es nicht. Ist übrigens auch der einzige Punkt, warum ich zehn Monate lang für meinen Ex-Chef alles Mögliche und Unmögliche getan habe. Ich hatte mich auf den ersten Blick in die, für die Buchhaltung zuständige Kollegin verknallt und mir gesagt:
„Es gibt nur einen Grund warum ich diese Stelle haben will und das ist SIE!!!“

Genauso ist es mit diesem Städtchen am schönen Rhein. Ich habe mich, aus einem mir in den bewussten Windungen meines Gehirns nicht präsenten Grund, in diese kleine Stadt verliebt. Und ganz allein diese Liebe ist die Ursache dafür, dass ich das kleine Städtchen nur noch Schnarchenswinter nenne.   
Das ist die Zärtlichkeit des Krokodils in mir. Findet euch bitte schön damit ab!

Diese Liebe ist der Grund dafür, dass ich heutzutage, der größte Ketzer von Schnarchenswinter bin. Wenn ich etwas erreichen kann, falls ich etwas erreichen kann, bin ich es gerne.

 

Leseprobe "Abschiedsbrief an die Liebe"

 

Stephanie, schwerster Stein auf meinem Herzen, Edelstein, mein leuchtender Stern. Ich werde dich niemals vergessen. Das schwöre ich. Zu wertvoll und kostbar war für mich unsere gemeinsame Zeit. Vieles ändert sich im Laufe der Jahre, aber meine Erinnerungen an dich sind festgefroren und gleichzeitig eingebrannt in meinem Gedächtnis zu dem Zeitpunkt, als ich dich endgültig verloren habe. Verloren durch mein eigenes fahrlässiges Verhalten. Ich könnte mich beißen! Nichts war unnötiger als der letzte große Krach zwischen uns. Leider gibt es keine Macht im Himmel und auf der Erde, die diesen Tag ungeschehen machen könnte. Emotion Nummer eins, landauf, landab auch Liebe genannt, schert sich nicht darum, ob jemand leidet, und ihre kleine Schwester Einsamkeit reibt sich genüsslich die Hände, da sie glaubt, ihre herrschsüchtige Schwester würde mal wieder jemanden in ihr Bett treiben. Die beiden sind ja so gerissen! Sie beuten dich aus, wo sie nur die geringste Möglichkeit dazu wittern. Es reicht ihnen nicht, dich in die Knie zu zwingen. Nein du musst auch noch bluten! Selbst wenn es nur Herzblut ist, reicht ihnen vollkommen. Hauptsache sie wissen, das man leidet. Das ist es was sie wollen. Von niemandem sonst hätte ich den Sadismus so gut, so genau lernen können, wie von den beiden ungleichen Schwestern.

Stephanie, du bist der Pfeil, der mein Herz durchbohrt. Wie gerne würde ich im smaragdblauen Ozean deiner Augen ertrinken und dir die Tränen wegküssen, die ich verschuldet habe. Mehr kann ich nicht tun. Selbst dazu hatte ich keine Chance. Keine Chance für mich, keine Chance für uns, und jetzt ist es zu spät. Nichts wird jemals wieder so sein, wie es war. Auch wenn ich selber will, dass es so ist, schmerzt es mich doch. Nichts daran zu ändern. Es bleibt nichts, als die Gegebenheiten hinzunehmen, wie sie sind.

Dies ist also, was ich niemals für möglich gehalten habe, weil ich dich liebe. Dies ist der große Abschied. Ich habe mich entschieden, einen Schlussstrich unter unsere verquere Beziehung zu ziehen, und du sollst wissen, warum. Meine Liebe hat dich nie interessiert. Jedenfalls nicht genug, als dass du sie in dein Herz hättest lassen können. Ich will dir wenigstens aus meiner Sicht schreiben, was passiert ist. Du sollst es erfahren. Vielleicht komme ich so an den tiefsten Grund deiner Persönlichkeit, an dein Herz. Wenn ich dir schreibe fällt es mir leichter zu erzählen, was mein Herzchen im Bezug auf dich bluten lässt. Durch dich habe ich meine schriftstellerische Ader entdeckt. Ich bin durch dich, was ich bin. Gleichzeitig hoffe ich, Emotion Nummer eins loszuwerden. Sie soll keine Möglichkeit mehr bei mir bekommen, ihre niederträchtigen Tricks anzuwenden, dich mich haben glauben und hoffen lassen, für nichts und wieder nichts. Alles was sie tut, um Hoffnung, die längst hätte tot und begraben sein müssen, künstlich am Leben zu erhalten, ihre Beharrlichkeit, auf Godot zu warten und dich im glühenden Fieber schmoren zu lassen, ohne Aussicht auf Erlösung. Nicht mehr mit mir! Denn zu Erlösung braucht man in so einem Fall einen anderen Menschen, jemanden der das Gefühl, jemanden, der Emotion Nummer eins, erwidert. Einen Menschen, der dich so liebt, wie du ihn. Und das ist mir bis heute noch nicht passiert. Ich hegte Gefühle für jemanden, diese wurden nicht erwidert. Sie liebte mich, ich sie jedoch nicht. Und umgekehrt und immer so fort. Wirklich, ich habe dieses Glück. Wie soll man da an ein großartiges und gleichzeitig unfassbares Phänomen wie die Liebe glauben?

Ich werde mich von ihr verabschieden, der Liebe. Emotion Nummer eins. Ich verabschiede mich aus dem Leben des Mädchens, der Teenagerin, der jungen Frau, die für mich das Ein- und Alles in der Welt darstellte. Ich sage Lebewohl, zu dem schönsten Traum, den ich je träumte. Für mich ist es an der Zeit, aufzuwachen und mich zu erlösen. Nein, vielmehr ist es notwendig, dass ich mich aus einem Käfig befreie, den ich mir selbst gebaut habe. Dreizehn Jahre durfte ich nicht mehr als dein bester Kumpel sein. Jetzt wird es Zeit, dass du das Nichts ohne mich kennen lernst.

Ich habe in den vergangenen Monaten oft an dich denken müssen, ob ich wollte oder nicht. Ich habe viele Briefe an dich geschrieben und nicht einen abgeschickt. Vielleicht, weil ich mich davor gefürchtet habe, eine Antwort von dir zu erhalten. Möglicherweise war für mich die Zeit, die Funkstille zu unterbrechen, noch nicht gekommen. Das hole ich mit diesem Buch nach. Ich hatte erwartet, dass du dich nicht melden würdest. Findest du nicht auch, das ist ein eindeutiges Zeichen dafür, welchen Stellenwert ich in deinem Leben hatte?          
Obwohl ich nicht vorhabe, dich wieder zu sehen, sollst du doch auch meinen Standpunkt und meine Gefühlswelt kennen lernen. Was immer ich dir gesagt habe, hat dich nicht erreicht. Es ist vielleicht eindringlicher, wenn du es schwarz auf weiß vor dir hast, dir meine Stimme in deinen Gedanken in Erinnerung rufst, ohne mich sehen zu müssen. Erinnerung und Vergangenheit sind starke Mächte in unserem Leben. Meine Erinnerungen an dich ließen das Motto „Ein Mensch ohne Vergangenheit ist ein Mensch ohne Zukunft“ zu einem Grundpfeiler meiner Persönlichkeit werden. Wie in so vielen anderen Punkten, habe ich mit meinem Glauben an eine Wiederkehr der Vergangenheit maßlos übertrieben. Gegenwart und Zukunft haben mich längst überholt. Und heute bin ich zeitlos. Was bleibt sind leuchtende Gedanken. Zeitlos wie dein Gesicht, das ich trotz allen Leugnens immer wieder vor mir sehe.

Ich hoffe, dir gefällt die Geschichte. Dieses Buch ist der glutrote Sonnenuntergang unserer Beziehung. Wenn die Sonne unter dem Meer versunken ist, das Abendrot langsam der Dämmerung weicht und schließlich in die Nacht übergeht, wird sie vorbei und Vergangenheit sein. So wie du es dir immer gewünscht hast.

 
Kommentare
Samba Tweety
100% positiv
06.10.2008 09:34
Schöne Leseprobe in eherlichem und offenem Stil! Da überlegt man sich schon, ob man den "größten Ketzer von Schnarchenswinter" nicht mal live besucht in seinem Buchladen in Königswinter! Viel Erfolg für dein Buch, ST
Freakazoid
100% positiv
04.10.2008 20:42
Wenn es eine Leseparty Nh. München gibt wär` ich gern dabei!
Samba Tweety
100% positiv
02.10.2008 10:15
Hallo Patrik, ich bin zwar kein Buchhändler und kann keinen Platz für Veranstaltungen bieten aber ein interessierter Leser. Könntest Du uns hier vielleicht eine Leseproben zu deinem Buch einstellen? Das wäre nett!

Danke und Gruß, Samba
Josefine
Keine Bewertung
03.07.2008 14:20
Hmm, schau mal hier nach. Dort sollten die Ansprechpartner zu finden sein. Wäre toll, wenn es klappt. Das oder Entsprechendes gibt es bestimmt auch an mehreren Unis.

Alles Gute dafür!
Josefine
Keine Bewertung
03.07.2008 13:13
Ich kann mir vorstellen, dass Unis Leseveranstaltungen geben. Jedenfalls gibt es einen literarischen Salon bei uns. Ich gehe dort auch hin und wieder hin.
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